Hotel-Fahrradverleih

Hotel-Fahrrad-ROI: Break-even-Rechnung für 30 Bikes

Rund 62.000 Euro kostet eine Gäste-Flotte mit 30 Rädern. Drei Auslastungsszenarien zeigen, wann sich die Investition rechnet.

David Gstrein ·

Das Wichtigste in Kürze

Eine hoteleigene Flotte mit 30 Rädern kostet in der Anschaffung rund 62.000 Euro und erreicht den Break-even typischerweise in der zweiten Saison. Voraussetzung ist eine Auslastung um die 30 Prozent, die ein Hotel mit aktiver Vermarktung an die eigenen Gäste gut erreichen kann.

Der Rechenweg dorthin ist einfacher, als viele Hotelmanager erwarten, weil die Nachfrage bereits im Haus schläft: Die Gäste sind da, das Rad muss nur buchbar sein. Wichtig ist, die Betriebskosten ehrlich einzurechnen. Wartung, Akku-Verschleiß und der Personalaufwand an der Rezeption werden in vielen Kalkulationen unterschlagen und verschieben den Break-even nach hinten.

Ausgangslage: Kaufen, leasen oder kooperieren?

Bevor die Rechnung startet, lohnt der Blick auf die Alternativen. Ein Hotel hat drei Wege zum Fahrradangebot:

ModellInvestitionMargeKontrolle über Qualität
Eigene Flotte kaufenhoch (einmalig)voll beim Hotelvoll
Flotte leasenkeine, dafür Monatsratenreduziert um Leasingratevoll
Kooperation mit lokalem VerleihkeineProvision oder nullgering

Die Kooperation ist der bequemste Einstieg, bringt aber wenig Ertrag und macht das Hotel vom Partner abhängig. Leasing senkt die Einstiegshürde und kostet über die Laufzeit mehr. Die folgende Rechnung betrachtet den Kauf, weil er langfristig die beste Marge liefert und sich die Zahlen auf Leasing übertragen lassen.

Die Investition: 30 Räder konkret

Für ein Hotel mit 60 bis 100 Zimmern ist eine Flotte aus 30 Rädern eine realistische Größe. Der E-Bike-Anteil sollte hoch sein, denn E-Bikes erzielen den höchsten Tagespreis und werden von Hotelgästen am stärksten nachgefragt:

PositionMengeKosten
E-Bikes (Verleihqualität)1850.400 €
Trekkingräder107.500 €
Kinderräder2700 €
Helme, Schlösser, Kindersitze2.000 €
Ladeplätze und Radraum-Ausstattung1.500 €
Summe62.100 €

Einnahmen: Drei Auslastungsszenarien

Angesetzt sind marktübliche Gäste-Preise von 32 Euro pro Tag für E-Bikes, 15 Euro für Trekkingräder und 8 Euro für Kinderräder bei einer Saison von 200 Tagen:

SzenarioAuslastungJahresumsatz
Verhalten (Verleih wird kaum beworben)20 %29.700 €
Realistisch (aktive Vermarktung an Gäste)30 %44.500 €
Bike-Hotel (Radfahren als Positionierung)40 %59.400 €

Der Unterschied zwischen den Szenarien liegt selten am Standort, sondern an der Vermarktung: Wird das Rad bei der Buchung angeboten? Steht das Angebot in der Pre-Arrival-Mail? Kann der Gast online reservieren, bevor er anreist? Hotels, die diese drei Punkte umsetzen, landen fast nie im 20-Prozent-Szenario.

Betriebskosten ehrlich rechnen

Vom Umsatz gehen laufende Kosten ab, die pro Jahr etwa so aussehen:

  • Wartung und Verschleißteile: rund 120 Euro pro Rad, also 3.600 €
  • Akku-Rücklage: E-Bike-Akkus halten drei bis fünf Jahre, anteilig etwa 2.500 €
  • Versicherung: je nach Deckung rund 1.500 €
  • Personalaufwand: Übergabe und Rücknahme kosten Rezeptionszeit, kalkulatorisch etwa 2.000 €

Zusammen sind das rund 9.600 Euro pro Jahr. Wer die Wartung ans lokale Radgeschäft auslagert, zahlt etwas mehr, spart aber eigenes Personal.

Die Break-even-Rechnung

Im realistischen Szenario bleiben nach Betriebskosten rund 34.900 Euro Deckungsbeitrag pro Jahr:

  • Realistisch (30 %): 62.100 € ÷ 34.900 € = Break-even nach 1,8 Jahren
  • Verhalten (20 %): 62.100 € ÷ 20.100 € = Break-even nach 3,1 Jahren
  • Bike-Hotel (40 %): 62.100 € ÷ 49.800 € = Break-even nach 1,2 Jahren

Ab dem Break-even erwirtschaftet die Flotte im realistischen Szenario rund 35.000 Euro pro Jahr, bei einer Nutzungsdauer der Räder von vier bis fünf Saisons. Damit ist die Flotte kein Gäste-Service, der Geld kostet, sondern ein eigenes Profit-Center.

Der indirekte ROI kommt obendrauf

Die Rechnung oben ignoriert bewusst, was sich schwer beziffern lässt, in der Praxis aber oft den Ausschlag gibt:

  • Buchungsargument: Ein sichtbares Radangebot hebt die Attraktivität des Hauses bei einer wachsenden Zielgruppe, gerade bei Aktivurlaubern.
  • Bewertungen: Gäste erwähnen Radtouren überdurchschnittlich oft in Rezensionen, was wiederum neue Gäste bringt.
  • Längere Aufenthalte: Wer Touren fährt, bleibt eher eine Nacht länger.

Verwaltung: Ohne System frisst die Rezeption den Gewinn

Eine Flotte mit 30 Rädern lässt sich nicht mehr nebenbei mit einer Liste am Empfang führen. Doppelvergaben, unklare Rückgabezeiten und fehlende Wartungsübersicht kosten genau die Marge, die die Rechnung oben verspricht. Mit einer Verleihsoftware wie Verleihtool läuft der Verleih neben dem Hotelbetrieb, statt ihn zu belasten:

  • Online-Buchung: Gäste reservieren ihr Rad schon vor der Anreise über die Hotel-Website, die Verfügbarkeit ist immer aktuell.
  • Kalender: Die Rezeption sieht auf einen Blick, welches Rad wann raus und wann zurück ist.
  • Digitale Unterschrift: Der Mietvertrag wird beim Check-out des Rads digital unterschrieben, ohne Papierablage.
  • Statistik: Die Auslastung pro Rad zeigt, ob sich Nachkauf lohnt und welche Radtypen die Gäste wirklich fahren.

Wie das im Hotelalltag konkret aussieht, zeigt die Seite Verleihsoftware für Hotels.

Empfehlung

Rechnen Sie Ihre eigene Flotte mit dem 30-Prozent-Szenario und planen Sie die Vermarktung von Anfang an mit. Die Investition amortisiert sich dann innerhalb von zwei Saisons. Wer unsicher ist, startet mit 15 bis 20 Rädern und einem hohen E-Bike-Anteil, misst die Auslastung über eine Saison und baut die Flotte anhand echter Zahlen aus statt nach Gefühl.

Autor

David Gstrein, Gründer von Verleihtool

David Gstrein

Gründer von Verleihtool. Die Software entstand 2014 für einen einzelnen Verleihbetrieb und ist heute bei Verleihern in mehreren Ländern Europas im Einsatz.

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