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Betrieb

Umstieg auf eine Verleihsoftware in 5 Schritten

Fünf Schritte von Papier und Excel zur Verleihsoftware: Bestand aufräumen, System einrichten, Vertrag und Buchungsseite, Team schulen, umschalten.

David Gstrein · · Aktualisiert: 12. Oktober 2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Umstieg von Papier und Excel auf eine Verleihsoftware ist kein IT-Projekt. Die meiste Zeit geht in das Aufräumen der eigenen Daten, nicht in die Software.
  • Fünf Schritte in fester Reihenfolge: erst Bestand und Preise, dann Einstellungen, dann Vertrag und Buchungsseite, dann Team, dann umschalten.
  • Planen Sie rund 20 Stunden eigene Arbeit ein. Danach spart ein Betrieb mit 1.200 Buchungen pro Saison etwa 250 Stunden Verwaltung.
  • Der beste Zeitpunkt ist die Nebensaison. Wer im September oder Oktober umstellt, hat bis zum Saisonstart alles im Griff.
  • Verleihtool erhebt keine Einrichtungsgebühr und keine Provision. Die Einrichtung geht in wenigen Stunden, auf Wunsch mit Unterstützung.

Warum der Umstieg kleiner ist als gedacht

Der häufigste Grund, warum Verleiher bei Papier bleiben, ist nicht der Preis der Software. Es ist die Vorstellung, dass der Umstieg ein Projekt wird: Datenmigration, Schulungen, Ausfall im Tagesgeschäft.

Diese Vorstellung stammt aus der Welt der Warenwirtschaftssysteme. Ein Fahrradverleih hat drei Datenbestände: Räder, Preise, Kunden. Die ersten beiden passen bei 40 Rädern auf eine Excel-Seite. Kunden müssen Sie nicht migrieren, die entstehen mit der ersten Buchung neu.

Was tatsächlich Zeit kostet, ist die Entscheidung, wie Ihr Betrieb künftig arbeiten soll: Welche Kategorien, welche Preise, welche Öffnungszeiten für Abholung und Rückgabe. Sind diese Entscheidungen gefallen, ist die Einrichtung selbst schnell erledigt.

Schritt 1: Bestand und Preise aufräumen

Bevor Sie irgendetwas in die Software eintragen, bringen Sie Ihre Daten in eine saubere Tabelle. Das ist der Schritt, den die meisten überspringen und später bereuen.

Bestandsliste: Eine Zeile pro Rad mit Modell, Kategorie, Rahmengröße, Rahmennummer, Baujahr und Zustand. Räder, die Sie nicht mehr vermieten wollen, kommen gar nicht erst in die Liste.

Kategorien: Ordnen Sie Ihre Räder in wenige Kategorien, damit sich der Kunde schnell zurechtfindet. Ein Verleih mit 40 Rädern kommt meist mit fünf bis acht aus: E-Bike City, E-Mountainbike, Trekking, Rennrad, Kinderrad, Lastenrad. Innerhalb der Kategorie bucht der Kunde ein bestimmtes Rad, mit Foto und Größe. Bei der Abholung steht genau dieses Rad bereit, niemand muss suchen oder umdisponieren.

Preise: Tagespreis und Wochenpreis pro Kategorie. Dazu Saisonpreise, falls Sie in Vor- und Hauptsaison unterschiedlich abrechnen. Und die Zubehörliste mit Preis pro Tag: Helm, Kindersitz, Schloss, Anhänger.

Schritt 2: System einrichten

Jetzt kommt die Tabelle in die Software. In Verleihtool sind das fünf Bereiche, die Sie in dieser Reihenfolge durchgehen:

BereichWas Sie eintragenZeitaufwand
BetriebsdatenName, Adresse, Steuernummer, Telefon, Logo. Erscheinen auf Mietvertrag und Bestätigungsmail15 Min.
ÖffnungszeitenAbhol- und Rückgabefenster pro Wochentag, Saisonzeitraum15 Min.
Fahrräder und ZubehörImport Ihrer Bestandsliste, danach Fotos, Beschreibungen und Preise prüfen1 bis 2 Std.
SaisonpreisePreise mit Datumsbereich, falls Sie welche haben30 Min.
ZahlungenBar oder EC vor Ort, Kreditkarte online15 Min.

Abtippen müssen Sie Ihren Bestand nicht. Fahrräder und Zubehör werden aus Ihrer Bestandsliste importiert. Deshalb lohnt sich die saubere Tabelle aus Schritt 1: Was dort stimmt, stimmt auch im System. Danach bleibt nur, Fotos und Beschreibungen zu ergänzen.

Was Sie in diesem Schritt noch nicht tun: die Online-Buchung aktivieren. Der Schalter bleibt aus, bis Vertrag und Widget stehen.

Schritt 3: Vertrag und Buchungsseite

Mietvertrag: Der Vertrag wird aus den Buchungsdaten erstellt: Mieter, Rad, Zubehör, Zeitraum, Preis. Prüfen Sie die Vereinbarungen im Vertragstext gegen Ihren bisherigen Papiervertrag und ergänzen Sie, was fehlt. Welche Klauseln hineingehören, steht im Beitrag Mietvertrag rechtssicher gestalten.

Widget: Das Buchungsformular kommt als eine Zeile Code, die Sie oder Ihr Webdesigner auf der Seite „Fahrradverleih" oder „Buchen" einfügen. Wer keine Website hat, verlinkt den Direkt-Link zum Buchungssystem in Google Maps und auf Social Media.

Testbuchung: Buchen Sie selbst ein Rad über die Buchungsseite, wie ein Kunde. Prüfen Sie Bestätigungsmail, Kalendereintrag und Vertrag, danach stornieren Sie wieder. Dieser eine Testlauf findet die meisten Einrichtungsfehler.

Schritt 4: Team schulen und offene Buchungen übertragen

Die Schulung für Mitarbeiter dauert eine Stunde, wenn Sie sie auf vier Abläufe beschränken:

  1. Walk-in-Kunde: freies Rad im Kalender wählen, Reservierung anlegen, Vertrag unterschreiben lassen.
  2. Online-Kunde kommt zur Abholung: Reservierung öffnen, das gebuchte Rad übergeben. Hat der Kunde den Vertrag schon vorab am Handy unterschrieben, ist das in einer Minute erledigt.
  3. Rückgabe: Rad prüfen, Reservierung abschließen.
  4. Schaden oder Defekt: Rad in der Werkstatt sperren. Es ist nicht mehr buchbar, bis Sie es wieder freigeben.

Alles andere lernt das Team im Betrieb. Wer mehr als vier Abläufe auf einmal schult, erreicht nur, dass am Ende keiner davon sitzt.

Parallel übertragen Sie die bereits vorliegenden Buchungen aus dem Papierkalender als Reservierungen ins System. Bei 30 bis 50 offenen Buchungen ist das eine Stunde Arbeit. Ab jetzt wird jede neue Buchung nur noch in der Software erfasst, auch wenn sie telefonisch kommt.

Schritt 5: Umschalten

Aktivieren Sie die Online-Buchung. Ersetzen Sie auf der Website und in der Google-Unternehmensseite den Hinweis „Reservierung per Telefon" durch den Buchungslink. Stellen Sie in der E-Mail-Signatur den Link um.

Dann räumen Sie den Papierkalender vom Tresen. Nicht in die Schublade, sondern weg. Solange der Kalender greifbar ist, trägt jemand aus Gewohnheit dort ein, und Sie haben zwei Wahrheiten.

Rechenbeispiel: Was der Umstieg kostet und bringt

Ein Verleih mit 35 Rädern und 1.200 Buchungen pro Saison. Bisher kommen alle Anfragen per Telefon oder E-Mail, Verträge werden handschriftlich ausgefüllt und abgelegt.

PositionPapier und ExcelVerleihsoftware
Anfrage klären (Telefon, E-Mail hin und her)10 Min.0 Min. bei Online-Buchung
Vertrag ausfüllen, kopieren, ablegen8 Min.3 Min. digital
Aufwand pro Buchung18 Min.3 Min. online, 8 Min. Walk-in
Bei 600 Online- und 600 Walk-in-Buchungen360 Std.110 Std.
Eingesparte Zeit pro Saison250 Std.
Bewertet mit 18 € pro Stunde4.500 €
Einmaliger Umstiegsaufwand (20 Std.)360 €

Die Software kostet 1.788 € im Jahr und liegt damit deutlich darunter, die aktuellen Preise stehen auf der Preisseite. Nicht eingerechnet sind die Buchungen, die abends und am Wochenende eingehen, wenn bisher niemand ans Telefon geht. Bei Betrieben mit Widget kommen 30 bis 40 Prozent der Online-Buchungen außerhalb der Öffnungszeiten.

Typische Fehler beim Umstieg

  • Räder ohne Kategorien anlegen. Der Kunde sieht dann 40 Räder auf einmal statt sechs Gruppen und findet sein Rad nicht.
  • Alte Preislogik eins zu eins übernehmen. Der Umstieg ist der Moment, Sonderpreise zu streichen, die nur der Chef im Kopf hat.
  • Online-Buchung ohne Testbuchung freischalten. Der erste echte Kunde findet den Fehler, nicht Sie.
  • Parallelbetrieb länger als eine Woche. Zwei Systeme heißt Doppelbuchungen.
  • Team beim Umstieg außen vor lassen. Wer die Reihenfolge der vier Abläufe nicht kennt, greift zum Papier.

Warum Verleihtool für den Umstieg

Verleihtool ist für genau diesen Betriebstyp gebaut: 20 bis 100 Räder, kleines Team, keine IT-Abteilung.

  • Import: Fahrräder und Zubehör kommen aus Ihrer Bestandsliste ins System, nichts wird abgetippt.
  • Online-Buchung: Der Kunde bucht ein bestimmtes Rad, mit Öffnungszeiten als Buchungsfenster. Buchungsseite in Deutsch, Englisch, Italienisch, Spanisch und Französisch.
  • Preisgestaltung: Tages- und Wochenpreis, Zubehör pro Tag, dazu Saisonpreise. Genau die Struktur aus Ihrer Excel-Tabelle.
  • Digitale Unterschrift: Vertrag aus den Buchungsdaten, unterschrieben vorab am Handy des Kunden oder vor Ort am Tablet, Kopie per E-Mail.
  • Buchungsseite und Widget: Ihre eigene Buchungsseite als Link, auf Wunsch zusätzlich das Widget auf der Website.
  • Werkstatt: Defekte Räder sperren Sie mit einem Klick, bis sie repariert sind.
  • Keine Einrichtungsgebühr, keine Provision, Einrichtung auf Wunsch gemeinsam in wenigen Stunden. Wer sich vorher ein Bild machen will, klickt durch die Demo mit allen Backend-Bereichen.

Wer noch abwägt, ob sich der Schritt lohnt, findet die Gegenüberstellung im Artikel Excel vs. Verleihsoftware.

Handlungsempfehlung

  1. Legen Sie diese Woche die Bestandsliste an: ein Rad pro Zeile, mit Kategorie, Größe und Rahmennummer.
  2. Entscheiden Sie Kategorien, Preise und Saisonpreise, bevor Sie die Software öffnen.
  3. Blocken Sie einen Vormittag für die Einrichtung und einen Nachmittag für Vertrag, Buchungsseite und Testbuchung.
  4. Schulen Sie das Team auf genau vier Abläufe und übertragen Sie die offenen Buchungen.
  5. Schalten Sie um, sobald Testbuchung und Schulung sitzen, und entfernen Sie den Papierkalender.

Wer in der Nebensaison startet, hat zum Saisonbeginn ein System, das läuft, und ein Team, das es nutzt.

Autor

David Gstrein, Software-Entwickler und Gründer von Verleihtool

David Gstrein

Gründer von Verleihtool. Die Software entstand 2014 für einen Fahrradshop und ist heute bei Shops, Verleihern, Firmen und Hotels in mehreren Ländern Europas im Einsatz.

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